Out of ohrder
Ein Animationsfilm über die Unsichtbarkeit von Gehörlosigkeit
Wie macht man eine Behinderung sichtbar, die man eigentlich nicht sieht? In meiner Bachelorarbeit habe ich mich mit dem Thema Gehörlosigkeit auseinandergesetzt. Die Schwierigkeit bestand darin, eine Geschichte zu erzählen, die den Zuschauer bis zum Schluss im Unklaren lässt, warum die Kommunikation zwischen den Charakteren scheitert. Es galt, die Frustration und die Barrieren im Alltag rein visuell – ohne Dialoge – so darzustellen, dass die Handlung trotzdem intuitiv verständlich bleibt.
Ich habe einen Kurzfilm entwickelt, der mit der Erwartungshaltung des Publikums spielt. Die Hauptfigur zeichnet sich durch überproportional große Ohren aus – ein bewusstes visuelles Paradoxon, da sie absolut nichts hört.
- Visuelles Storytelling: Da kein gesprochenes Wort zur Verfügung stand, habe ich den Fokus extrem auf Mimik und Körpersprache gelegt. Jede Regung der Figur musste präzise animiert sein, um die Emotionen im engen Fahrstuhl greifbar zu machen.
- Der Schockmoment: Das Design der Figur führt den Zuschauer bewusst in die Irre. Erst durch die Auflösung am Ende – als die Gegensprechanlage des Hausmeisters ins Leere läuft – wird die Unsichtbarkeit der Behinderung radikal verdeutlicht.
- Full Production: Von der ersten Charakter-Skizze in Illustrator über die Animation in Adobe Animate und After Effects bis hin zum finalen Schnitt in Premiere Pro habe ich den gesamten Produktionsprozess allein umgesetzt.
Das Ergebnis
Ein emotionaler Zeichentrickfilm, der durch ein starkes visuelles Konzept zur Aufklärung beiträgt. Das Projekt beweist, dass Design ein mächtiges Werkzeug ist, um Empathie zu wecken und komplexe soziale Themen ohne ein einziges Wort zu erklären.


